Private Unfallversicherung: Überblick über die Leistungen, Vor- und Nachteile

Private Unfallversicherung: Lohnt es sich?

Jedes Jahr erleiden über 5Mio. erwachsene Deutsche einen Unfall. Allerdings sind nur etwa ein Drittel aller Unfälle Arbeitsunfälle und fallen somit unter die gesetzliche Unfallversicherung (Beiträge zur GBE: Das Unfallgeschehen bei Erwachsenen in Deutschland ). Um auch für die restlichen zwei Drittel versichert zu sein, ist eine private Unfallversicherung notwendig.

Private Unfallversicherungen greifen nicht nur auf der Arbeit oder auf dem Weg in die Arbeit, sondern zu jeder Zeit und überall auf der Welt. Sie greift allerdings nur, wenn es durch den Unfall zu bleibenden Gesundheitsschäden, Invalidität oder im schlimmsten Fall zum Tod führt. Die Leistungen der privaten Unfallversicherung umfassen in der Regel Einmalzahlungen, sog. Invaliditätsleistungen. Zusätzlich lassen sich auch weitere Leistungen hinzufügen, wie Unfallrenten, Rehabilitationskosten und weitere Unterstützung, die individuell anpassbar sind.

Wann und für wen sich eine private Unfallversicherung gegenüber der gesetzlichen Unfallversicherung lohnt und welche Alternativen es möglicherweise gibt erfährst du in diesem Artikel.

Wann lohnt sich eine private Unfallversicherung?

Es muss eindeutig gesagt werden, dass sich eine private Unfallversicherung nicht für alle lohnt. Neben der gesetzlichen Unfallversicherung gibt es auch noch die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU), die deutlich mehr Fälle abdeckt und bei Arbeitsunfähigkeit einen monatlichen Betrag auszahlt. Mehr Infos zur Berufsunfähigkeitsversicherung findest du hier. Grundsätzlich gilt, auch: Wenn man sich besser fühlt und weniger Sorgen hat und die finanziellen Mittel da sind, lohnt es sich in jedem Fall eine private Unfallversicherung abzuschließen.

Eine private Unfallversicherung lohnt sich insbesondere dann, wenn eine BU nicht mehr möglich ist, oder wenn weder die BU noch die gesetzliche Unfallversicherung greifen.

Der Personenkreis, auf den das zutrifft könnte, umfasst:

  • Rentern:innen
  • Menschen mit gefährlichen Hobbys
  • Sportler
  • Selbstständige
  • Kinder
Rentner:innen

Im Rentenalter greifen die Berufsunfähigkeitsversicherungen häufig nicht mehr und da nicht mehr gearbeitet wird liegt auch keine gesetzliche Unfallversicherung mehr vor. Gleichzeitig haben Unfälle im Rentenalter häufig schwerwiegendere Folgen. Es könnte sich also lohnen eine private Unfallversicherung abzuschließen. Allerdings können die Kosten für die Versicherung aufgrund des hohen Alters stark steigen. Es ist hier also wichtig sich gut zu informieren und möglicherweise nur bestimmte Leistungen in Anspruch zu nehmen (Bsp. Assistance-Leistungen).

Menschen mit gefährlichen Hobbys und Sportler:innen

Da der Sport meist in der Freizeit passiert, greift hier die gesetzliche Unfallversicherung nicht. Es könnte sich also lohnen eine private Unfallversicherung abzuschließen. Bei der Ausübung von gefährlichen Hobbys oder Extremsportarten ist Vorsicht geboten. Hier ist es häufig nur möglich eine Versicherung im Voraus abzuschließen. Sowohl Berufsunfähigkeitsversicherungen als auch die private Unfallversicherung lässt sich in der Regel nicht mehr, oder nur unter extrem hohen Konditionen abschließen, wenn bekannt ist, dass ein solches Hobby verfolgt wird.

Kinder und Selbstständige

Genau wie bei den anderen Fällen sind auch hier die Einzelheiten wichtig. Für Kinder gibt es oft sehr günstige Tarife und auch eigene Angebote. Allerdings führen Unfälle bei Kindern häufig nicht zu schwerwiegenden folgen und sollte es zu lebenslänglichen Folgen kommen, greifen häufig auch die Leistungen der Eltern.

Selbstständige fallen nicht unter die gesetzliche Unfallversicherung, haben aber genauso die Option eine BU abzuschließen. Hier ist es im Einzelfall zu entscheiden, ob es sich lohnt.

Grundsätzlich lässt sich also sagen, dass es immer sinnvoll ist sich zuerst mit der Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) auseinanderzusetzten, da diese in mehr Fällen greift. Sollte dies (aus welchen Gründen auch immer) nicht mehr möglich sein, kann es sich lohnen einen private Unfallversicherung abzuschließen, um sich im Falle eines Unfalls finanziell abzusichern.

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Private Unfallversicherung: Ein Überblick über die Leistungen

Die private Unfallversicherung bietet ein umfangreiches Leistungspaket, das individuell anpassbar ist.

Zu den wichtigsten Leistungen gehören:

  • Invaliditätsleistung: Festgelegt Einmalzahlungen bei dauerhafter körperlicher Beeinträchtigung, je nach Schwere der Einschränkung.
  • Unfallrente: Bei dauerhafter Invalidität werden monatliche Zahlungen geleistet.
  • Todesfallleistung: Absicherung für Hinterbliebene durch eine festgelegte Auszahlungssumme.
  • Rehabilitationskosten: Übernahme von Kosten für Therapien, Hilfsmittel oder Umbaumaßnahmen.
  • Krankenhaustagegeld: Unterstützung während der Genesung durch tägliche Zahlungen.
  • Kosmetische Operationen: Finanzierung von Eingriffen zur Wiederherstellung nach einem Unfall.
  • Bergungskosten: Kostenübernahme bei Rettungseinsätzen nach einem Unfall.

Private Unfallversicherung: Vor- und Nachteile

Die private Unfallversicherung bietet zahlreiche Möglichkeiten, individuelle Risiken abzusichern, lohnt sich allerdings nicht für alle.

Nachfolgend sind noch einmal die wichtigsten Vor- und Nachteile in einer Tabelle zusammengefasst:

Vorteile Nachteile
  • Bietet umfassenden Schutz bei Unfällen weltweit und rund um die Uhr
  • Schließt Lücken in der gesetzlichen Unfallversicherung
  • Finanzielle Absicherung bei Invalidität, Todesfall oder unfallbedingten Kosten
  • Individuell anpassbare Tarife und Zusatzoptionen
  • Für Menschen mit Risikoberufen günstiger als BU
  • Zusätzliche Kosten durch Versicherungsprämien
  • Leistungen sind abhängig von den gewählten Vertragsbedingungen
  • Bei bestimmten Risikosportarten oder Vorsatz keine Leistung
  • Versicherung zahlt nur bei Unfall, nicht bei Krankheit oder anderen Ursachen
  • Überscheidungen mit Berufsunfähigkeitsversicherung und gesetzlicher Unfallversicherung

In welchen Fällen leisten private Unfallversicherungen nicht?

Gesetzlich ist festgelegt, wann es sich um einen Unfall handelt und entsprechend die Unfallversicherung greift.

„Ein Unfall liegt vor, wenn die versicherte Person durch ein plötzlich von außen auf ihren Körper wirkendes Ereignis unfreiwillig eine Gesundheitsschädigung erleidet“ (§ 178 Abs. 2 S.1 VVG). Nur in diesen Fällen greift eine Unfallversicherung.

Weitere Ausschlusskriterien können sein:

  • Vorsatz: Wenn der Unfall absichtlich herbeigeführt wurde, oder durch die Handlung zu erwarten war.
  • Alkohol- oder Drogeneinfluss: Unfälle unter erheblichem Einfluss von Alkohol oder Drogen sind meist ausgeschlossen.
  • Extremsportarten: Bestimmte risikoreiche Sportarten (z. B. Base-Jumping oder professioneller Motorsport) sind häufig nur durch Zusatzvereinbarungen abgedeckt.
  • Krankheiten oder Verletzungen ohne Unfallursache: Teilweise ist hier das erste Auftreten abgedeckt. Z. B. bei Herzinfarkten oder Schlaganfällen ohne äußeren Einfluss.
  • Unfälle durch Kriegs- oder Bürgerkriegsereignisse: Diese sind in der Regel nicht versichert.
  • Berufliche Tätigkeiten: Bestimmte Berufsrisiken können ausgeschlossen sein oder erfordern spezielle Tarife.

Fazit

Die private Unfallversicherung greift in Gegensatz zur gesetzlichen Unfallversicherung überall auf der Welt und zu jeder Zeit. Sie greift allerdings nur für langfristige Folgen nach einem Unfall. Gerade für Personen bei denen eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) nicht mehr greift oder nicht möglich ist, lohnt sich eine private Unfallversicherung, um sich finanziell abzusichern. Sollte eine BU noch möglich sein, ist es häufig ausreichend und nicht mehr notwendig zusätzlich noch eine private Unfallversicherung abzuschließen, die die BU mehr Fälle abdeckt.

FAQs

Was kostet eine private Unfallversicherung?

Die Kosten variieren je nach Tarif, beginnen aber oft bei etwa 50 Euro jährlich, ohne Zusatzleistungen.

Welche Leistungen bietet die private Unfallversicherung?

Invaliditätsentschädigung, Unfallrente, Todesfallleistungen und Zusatzoptionen wie Bergungskosten.

Wann leistet eine private Unfallversicherung nicht?

Bei Vorsatz, Unfällen unter Alkohol- oder Drogeneinfluss, bestimmten Extremsportarten oder wenn es sich nicht um einen Unfall handelt.

Für wen ist eine private Unfallversicherung besonders sinnvoll?

Für Selbstständige, Rentner:innen, aktive Personen und Berufstätige ohne ausreichende Rücklagen.

Private Unfallversicherung oder Berufsunfähigkeitsversicherung (BU)?

In der Regel ist eine BU ausreichend. In Einzelfällen, oder wenn eine BU nicht abgeschlossen werden kann, lohnt es sich eine private Unfallversicherung abzuschließen.

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